Erster Auslandseinsatz!

November 2014

… ich weiß es noch ganz genau, als wäre es gestern gewesen! Kurz nach dem wir zusammen kamen erzählte er mir, das es nicht ausgeschlossen wäre, dass er bald in den Einsatz müsste..! Ganz ehrlich? Ich nahm es irgendwie zur Kenntnis, aber wirklich weiter nachdenken tat ich nicht darüber… Warum auch.. mein Soldat war ja zu diesem Zeitpunkt da!

Es dauerte knapp ein Jahr, da war es so weit. November 2014… für 4 lange Monate. Ich machte mich echt verrückt und ich wollte es ganz lange nicht wahr haben, bis es nur noch wenige Tage waren. Mir ging so viel durch den Kopf und ich muss dazu sagen, ich hatte vorher noch nie einen solchen Menschen kennen gelernt, wie meinen Soldaten. Einfach ein wunderbarer, liebenswürdiger und vor allem ehrlicher Mensch.

Tag X war also gekommen und es ging schon früh zum Flughafen. Ich wusste absolut nicht was auf mich zu kam und als ich die ganzen Soldaten sah, drehte sich plötzlich mein Magen um… natürlich wusste ich, er geht jetzt gleich für ganze 120 Tage weg und es wird echt nicht einfach. Es waren nicht nur Soldaten am Flughafen, sondern auch wirklich gut aussehende Soldatinnen und das absolute Gefühlschaos war ausgebrochen, meine Tränen ließen sich nicht mehr zurück halten und hätte am liebsten Gott und die Welt verflucht, das es überhaupt solchen Unfrieden auf der Welt geben muss, das MEIN Soldat jetzt deswegen von mir weg muss. Seine Eltern waren dabei und wir tranken noch alle zusammen einen Kaffee, bis es plötzlich zum „einchecken“ ging. Da war sie die Situation die ich niemals vergessen werde… Er nahm mich soo feste in den Arm und flüsterte mir ins Ohr “ Wir schaffen das“. Für mich ging die komplette Welt unter und ich hatte das Gefühl, mir wurde regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen. Nach langem umarmen, vielen Küsschen und lieben Worten ging er dann mit den anderen durch diese Tür und das war erst mal das letzte mal für 4 Monate das ich ihn sah!

Ich hätte 4 Monate an diesem Fleck stehen bleiben können, ich war wie versteinert und dieser Abschied war wirklich einer der schlimmsten Momente, die ich bis jetzt erleben durfte. Das schrecklichste an dem ganzen Tag, war das weinen seiner Mama. Es war einfach nur herzzerreißend und mehr als traurig.

Es waren also 120 Tage und diese mussten von nun an bewältigt werden. Ganz ehrlich muss ich sagen, das die ersten 2 Monate wie im Fluge um waren, durch das Weihnachtsgeschäft bei uns im Laden. Weihnachten und Silvester alleine, war natürlich überhaupt nicht schön und die ein oder anderen Tränen flossen auch mehr als sonst, aber ich hatte wundervolle Freunde, Arbeitskollegen und auch Familie die immer da waren und versuchten mir die Tage ohne meinen geliebten Soldaten so angenehm wie möglich zu gestalten. Es gab viele schöne Gespräche über Skype und auch wundervolle Briefe schrieben wir uns. An Weihnachten gab s Plätzchen per Post und auch so gestaltete ich Päckchen und versuchte alles um es meinem Soldaten so angenehm wie möglich zu machen… denn so traurig ich auch war, hier waren alle unsere Freunde und unsere Familien bei mir, er war alleine in einem fremden Land, weit weg!

Januar und Februar zogen sich wie Kaugummi und als es endlich März wurde, konnte ich es kaum erwarten, bis endlich der Tag kam, als wir los zum Flughafen konnten um meinen Soldaten abzuholen. Ich war aufgeregter, als beim erste Date. War er noch der selbe? War es zwischen uns noch so Toll, wie vor dem Einsatz? Hatte er sich körperlich verändert….? Eine menge Fragen die mir durch den Kopf gingen. Auf dem Weg dorthin, nahmen wir natürlich die falsche Abfahrt und schafften es nicht zum offiziellen Landetermin zum Flughafen. Ich hatte mir so fest vorgenommen, das ich genau sehen konnte, wie er durch diese eine Tür kam, wo ich ihn zu letzt verabschiedet hatte. Am Parkplatz angekommen, konnte mich keiner mehr halten, ich sprang aus dem Auto und jeden Soldaten, den ich schon von weiten sehen konnte, hätte ich am liebsten abgeknuscht und umarmt, weil plötzlich alle so aussahen wie meiner :-D!!! Und DA stand ER!!! Ich war der glücklichste Mensch auf Erden und als ich sah, wie sehr er sich auch freute endlich zuhause zu sein und vor allem wie er mich in den Arm nahm, war alles gut. Alle Fragen und negativen Gedanken waren verschwunden.

Dieser Einsatz hatte uns gezeigt, das wir zu hundert Prozent vertrauen konnten und absolut zusammen hielten. Ganz ehrlich? Unsere Beziehung wurde nur noch schöner und ich habe zwar jetzt wieder Angst, weil es in 7 Wochen wieder heißt, abschied nehmen… ABER ich weiß das wir auch das schaffen werden. Das wichtigste ist, dem anderen vertrauen zu können und aneinander zu glauben.

So das waren ein paar wenige Zeilen, zu unserem ersten Einsatz. Mir wird bestimmt noch mehr einfallen und ich werde es für euch aufschreiben!

Bis bald! 🙂

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