…da bin ich wieder!

Wo fange ich an zu schreiben, nach über vier Monaten ohne nur einen Beitrag zu verfassen, der ersten Beziehungskriese, dem Rücktritt vom Kauf eines Hauses und der jetzigen Zeit kurz vor Einsatz Nummer drei. Es ist viel passiert, seit der Diagnose meiner Chronischen Krankheit. Ich habe gelernt mit ihr zu leben und vor allem sie zu akzeptieren. Man kann versuchen sein Leben danach zu richten und viele Gewohnheiten zu unterlassen, die es schlimmer machen. Der Verzicht auf viele Dinge, wie z.b. Zucker verursachte aber auch oft und viel schlechte Laune. Zu wissen das es auch durch Streß ausgelöst wurde und darauf meinen so geliebten beruflichen Alltag umzustellen, trug auch dazu bei das ich unzufrieden und vielleicht auch oft deprimiert war. Im Oktober letzten Jahres, dachte ich es ging bergauf, doch irgendwie lief alles schief, es war plötzlich alles anders. Man stritt sich, was wir um ehrlich zu sein in den ganzen vier Jahren noch nicht einmal getan hatten, diskutierten was das Zeug hielt und als es wirklich brenzlig wurde, ließen wir es auch mit dem Hauskauf. Seit dem habe ich mich oft gefragt, warum und weshalb, aber eine wirkliche Antwort fand keiner von uns. Es hat viel Geduld, Verständnis und Tränen gebraucht um wieder einigermaßen Normalität ins unser gemeinsames Leben zu bekommen. Es war nicht immer einfach Kompromisse einzugehen oder einfach mal etwas ausdiskutieren, wo man bis jetzt immer Ja und Amen gesagt hat. Genau das mussten wir erst mal lernen, genau dies nicht immer zu machen und wir lernten sogar uns zu streiten. Für manche hört sich das vielleicht ganz bescheuert an, aber es war tatsächlich fremd für uns.

Dieses Wochenende wurde mein Soldat dreißig und wir waren im Gerry Weber Sport und Wellnesshotel. Es hat so verdammt gut getan, Zeit zu zweit zu genießen und so richtig zu entspannen. Wir hatten ein ganz tolles Zimmer, wunderbares Buffet, ein drei Gänge Menü und zwei mal das Glück uns an einem großartigen Frühstücksbuffet aus zutoben. Das Angebot von Hallenbad, Sauna und Wellness war toll und das Personal des Hotels sehr freundlich und darauf bedacht jeden Wunsch ihrer Gäste zu hundert Prozent zu erfüllen. Somit war es wirklich ein gelungenes Geburtstagsgeschenk für meinen Soldaten und es ist eine Weiterempfehlung sicherlich Wert!

Es hat sich viel verändert im Leben mit meinem Soldaten. Nach über vier Jahren Wochenendbeziehung ist er seit Anfang Januar nun endlich Heimschläfer und es hat uns so viel gebracht. Ich finde, das man einfach absolut nicht nachvollziehen konnte, wie denn nun wirklich der Alltag des anderen aussah. Natürlich stand man immer über Whatsapp oder telefonisch in Kontakt, aber das ist bei weitem nicht das selbe, als Abends beim Abendessen gemeinsam über den Tag zu sprechen und sich gemeinsam auf die Couch zu kuscheln. Es ist so anders und irgendwie auch traurig, wenn man bedenkt wieviel gemeinsame Zeit man die letzten Jahre doch irgendwie versäumt hat. Nun steht Einsatz Nummer drei an und es macht das ganze nicht einfacher. Manchmal denke ich so viel darüber nach, wieviel kostbare Zeit man durch diese ganze Abwesenheit nicht nutzen kann und bereitet mir immer mehr Bauchschmerzen. Er ist jetzt Berufssoldat geworden und das bedeutet mit höchster Wahrscheinlichkeit auch, das jetzt unzählige Einsätze auf uns zu kommen werden. Einsatz Nummer drei hat er noch nicht angetreten und trotzdem weiß ich jetzt schon das Einsatz Nummer vier nächstes Jahr schon auf uns wartet. Ich möchte gar nicht meckern oder gar unzufrieden klingen, aber um so Älter man wird, um so mehr denkt man darüber nach. Geimeinsame Zeit sieht man immer mehr als kostbares Geschenk an und es macht mich unheimlich traurig, das uns diese andauernd durch die Bundeswehr genommen wird.  Es haben so viele andere in unserem Alter Familien oder bauen sich sogar etwas gemeinsam auf, was zur Zeit bei uns einfach nicht möglich ist. Oft ist es die Zeit und die Distanz die uns im Wege steht und auch sind es wir selber, in dem man alles plant oder sich gerade für gewisse Dinge nicht bereit fühlt und irgendwann hat man gewisse Dinge verpasst, weil immer irgendwas nicht passte, wichtiger war oder gerade nicht sein sollte. Sollte man nicht manchmal einfach Leben, Dinge tun, die nicht immer nach Plan laufen, verrückt sein und über Dinge Lachen – obwohl andere das gar nicht komisch finden, Schreien – wenn einem danach ist… einfach man selber sein… !?

Einsatz Nummer drei!

Es sind nun erst vier Monate vergangen, seit dem ich meinen Soldaten nach einigen Monaten Einsatz in die Arme nehmen konnte. Es sind mittlerweile zwei Einsätze von jeweils vier Monaten, die wir bis jetzt gemeinsam gemeistert haben.  Mir war klar das noch einige folgen werden, aber man versucht es ja dann doch immer von sich weg zu schieben. Letzte Woche gab es sogar schon die schriftliche Kommandierung für den nächsten Einsatz, damit steht es jetzt wohl fest. In ungefähr neun Monaten geht es zum dritten mal los. Was beim nächsten mal anders sein wird, ist das er dieses mal nicht über Weihnachten und Silvester weg sein wird und das sie die Einsätze Splitten.. d.h. zwei Monate Einsatz, zwei Zuhause und wieder zwei Monate Einsatz. Grundsätzlich finde ich das wirklich super, denn vier Monate können für Soldat und Angehörige lang werden.  Was aber auch heißt das ich ihn nächstes Jahr innerhalb kurzer Zeit zwei mal verabschieden muss und ich jetzt schon weiß, das es mir jedes mal das Herz brechen wird, wenn ich am Flughafen stehe und mich verabschieden muss. Wie schafft ihr Soldatenfrauen das, wenn eure Männer zum zehnten mal in den Einsatz gehen? Ist es dann noch genau so schlimm? Bei den treffen im Familienzentrum wurde oft erzählt, das manche Männer schon bestimmt zum zwanzigsten male weg wären und es schon zum Alltag dazu gehören würde. Nur sehr schwer vorstellbar für mich, was ich aber leider schon feststellen musste ist, das wenn sie einmal im Einsatz waren, immer und immer wieder gehen… es ist noch Zeit bis nächstes Jahr, aber trotzdem beschäftigt mich das jetzt schon wieder sehr. 😦