und plötzlich stand alles Kopf!

… und dann machte ich es einfach…! Ich kündigte Mitte März fest entschlossen meinen geliebten Job, zog aus unserer gemeinsamen Wohnung aus und ging in eine etwa hundertzwanzig Kilometer, weit entfernte Stadt, um beruflich einfach noch einmal neu anzufangen. Beruflich neu anfangen ist vielleicht etwas übertrieben. Verändern oder mir meinen Traum verwirklichen trifft es wohl an dieser Stelle eher. Wie ich in meinem letzten Beitrag erzählte, träume ich schon seit langen nach etwas eigenem, nach einem Beruf oder einem Laden der sich einfach wie meins anfühlt. Es ist mit Worten kaum zu beschreiben. Morgens aufzustehen und einen Laden aufzuschließen, der niemals dein eigener sein wird, in dem du am Tag wirklich sehr, sehr viel zeit verbringst, es aber nicht für dich machst, war nicht das was mich letztendlich beruflich erfüllt hat. Es hat Spaß gemacht und ich habe sehr gerne da gearbeitet.. aber es war eben nun mal nicht ich, nicht mein Projekt. Klar wurde mir das aber erst so richtig, als ich gekündigt habe, meine Sachen gepackt habe und die erste Woche in der neuen Stadt verbracht habe. Man muss dazu sagen, das es alles in einer etwas schwierigen Zeit war/ist. Seit Ende letzten Jahres war es gar nicht so einfach in der Beziehung mit meinem Soldaten, wir hatten es irgendwie geschafft uns total auseinander zu leben. Als ich auszog, war er im Einsatz und natürlich wusste keiner von uns wie es sein wird, wenn er wieder da ist und und und! Es war alles so anders… aber für mich ging es so beruflich und privat auch nicht weiter. Es musste sich etwas verändern, denn es war keiner mehr wirklich glücklich, es hieß also kämpfen, einfach daran arbeiten. Ob es uns gerettet hat, das werden wir sehen aber gut hat es auf  jeden Fall getan. Das Stadtleben ist ganz schön, mein Soldat kommt häufig am Wochenende her und wir unternehmen einfach etwas. Das haben wir früher nicht gemacht. Wie auch? Wer das Dorf leben kennt, weiß das man für alles ein Auto braucht und man mal nicht „eben“ eine Straße weiter geht und sich die ein oder andere Bar aussuchen kann, wo man seinen Cocktail trinkt. Mal im Ernst, wo ist schon immer alles Perfekt und an welcher Beziehung muss man nicht arbeiten. Oft weiß man doch gar nicht mehr zu schätzen, wie ungemein wichtig doch dieser eine Mensch ist, dem man endlos vertrauen kann, der zu jeder Tages und Nachtzeit für einen erreichbar ist. Warum wir Menschen so oft ans uns selbst und an dem was man gemeinsam erschaffen hat, zweifeln… ich kann s mir nicht erklären. Uns geht es oft zu gut und es ist wirklich meckern auf höchstem Niveau!

Beruflich gesehen, hat sich alles erfüllt, was ich mir gewünscht habe. Seit Mai bin ich in einem wundervollen kleinen Laden, den ich jetzt schon so sehr in mein Herz geschlossen habe. Es ist traumhaft und entspricht voll und ganz den Vorstellungen, die ich hatte. Natürlich war das nicht vom ersten Tag an so. Die erste Woche war für mich richtig schlimm und mit super vielen Tränen verbunden. Ich zweifelte an mir selber, meiner Kompetenz ,dem Weg den ich gegangen war. Es gab absolut nichts mehr in meinem Leben, was ich plötzlich nicht in Frage stellte. Ich wusste nicht mehr was richtig und falsch war. Was mir aber sofort und in voller Breitseite bewusst wurde, das Stadtleben ist etwas völlig anderes. In gewissen Situationen kam ich mir wirklich wie die kleine vom Dorf vor, naiv und völlig dumm… anders halt. Zum Glück kann ich jetzt herzlich darüber lachen, auch wenn es mir erst vor sechs Wochen so ging. Morgens zufrieden und glücklich aufzustehen, den Tag über etwas zu machen was mich erfüllt und man Abends mit einem lächeln drüber nachdenkt, was man gemacht hat, ist wundervoll. Es war das mutigste was ich bis jetzt in meinen Achtundzwanzig Jahren gemacht habe, aber ich hätte es reichlich bereut, wenn ich den Weg nicht gegangen wäre. Ich habe in ein paar Wochen mein komplettes Leben auf den Kopf gestellt… aber ich bin glücklich und kann nur sagen, ich bin in meinem Leben vollkommen angekommen. Privat wünsche ich mir das auch, was nicht einfach ist, mit zwei getrennten Wohnungen und einem Soldaten der sehr oft im Ausland ist. Aber einfach kann jeder, oder?

In diesem Sinne, werde ich versprechen, meinem Blog jetzt wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Werde in Kürze aufklären, was ich jetzt genau mache und was sich wie verändert hat.

Ganz herzliche Grüße, Jenny….

Träume!

Hattet ihr auch schon mal Träume, die ihr euch aber niemals habt anmerken lassen, bzw. es ausgesprochen habt?! Tief in meinem inneren träume ich schon seit Ewigkeiten von einem kleinen eigenen Geschäft. Eins mit etwas Feinkost und voller, toller Käsesorten, ein paar Extras und gutem Wein. So oft habe ich Bilder in meinem Kopf, wie es aussehen könnte, mein Ding machen könnte, ganz selbständig. Es wäre einfach meins… mein Baby! Gestern morgen war ich mit meiner lieben Mama zum frühstücken verabredet, in einem kleinen gemütlichen von Winterschlaf befallen Kurörtchen. Trotz kalten Temperaturen verzauberte mich mein Traum von neuem, als ich vor einem kleinen bezaubernden, leerstehen Laden stand. Ich erzählte ihr von all meinen Träumen, das ich genau bildlich wusste, wie ich mir meinen Laden vorstellen würde, wie ich es einrichten und sogar schon welche Aktionen und was für Besonderheiten ich anbieten würde. Ganz in meinen Vorstellungen und meinen träumen versunken sagte sie plötzlich, “ Wow, und warum machst du nichts draus?“ …

Ich war total neben mir. Ich hatte erstmals laut von meinem Traum gesprochen und immer gedacht, es für mich zu behalten, denn lächerlich wollte ich mich schon mal absolut nicht damit machen. Es war also eigentlich immer nur ich selbst, die nicht an sich geglaubt hat. Um so mehr ich es seit dem habe, durch meinen Kopf gehen lassen, um so mehr wurde mir bewusst.. WARUM NICHT? Das Gespräch mit meiner Mum ging natürlich in dieser Richtung weiter und sie träumte schon mit mir zusammen und bestärkte mich noch einmal in der Sache, das sie immer an uns Kinder glauben würde und uns selbstverständlich mir Rat und Tat zur Seite steht. Es war plötzlich eine so emotionale Stimmung zwischen uns beiden und es war bewundernswert wie Mütter einen doch zu etwas ermutigen können und wie gut es doch für das eigene Selbstbewusstsein ist, wenn jemand vor dir steht und sagt “ Ich glaube an dich mein Kind“! Ich sollte bei diesem Thema vielleicht etwas weiter ausholen, denn es war nicht immer einfach zwischen uns und ganz lange hatten wir gar keinen bis kaum Kontakt zu einander, da ich bei meinem Vater aufgewachsen bin. Es rührt mich immer wieder von neuem, wie toll es jetzt ist, trotz dieser Vergangenheit und das zeigt mir auch in jetziger Situation, das ich an die Zukunft glauben muss und vor allem an das, was meine Träume sind.

Vielleicht werde ich mich jetzt mal ein bisschen tiefgründiger mit der Sache beschäftigen, Ideen sammeln und einfach für mich selbst ausarbeiten, was das wichtigste ist, ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ich werde mich vielleicht mit dem ein oder anderen zusammen setzen,  um  schon von erfolgreichen Ladenbesitzern zu lernen und einiges mit auf meinen Weg zu nehmen. Irgendwann nicht heute oder morgen, werde ich hoffentlich meine Träume verwirklichen und mich in meinem eigenen, kleinen Laden stehen sehen.

Danke Mama!